• Castle of Illusion Starring Mickey Mouse HD Remake - Test



    Tragen Spiele den Zusatz "HD Remake" gibt es dafür eigentlich nur zwei Gründe: entweder ein Publisher versucht mit einem Helden vergangener Zeit ohne viel Aufwand erneut Geld in die Kasse zu spülen, oder die Entwickler möchten tatsächlich nachträglich die damals auferlegten Ketten der technischen Limitation sprengen um ein besseres Spiel zu produzieren. Ob Castle of Illusion Starring Mickey Mouse HD Remake eher eine liebäugelnde Maus mit einem Kapitelmesser hinter dem Rücken ist oder tatsächlich freundlich ist, erfahrt ihr in diesem Test.


    Zuviel Glück für die Anderen - Story
    Die Geschichte die hier erzählt wird ist klassisch und entspricht demnach auch dem romantisch, fabelhaften Walt Disney Universum. Mickey und Minnie Mouse haben sich unglaublich gern, haben nie Streit und können sich absolut nicht vorstellen, dass nicht jeder mit so einem Glück erfüllt sein soll. Leider ist dem nicht so und die böse Hexe Mizrabel, die ihre optisch ansehnlichste Phase schon vor vielen Jahren überstanden hat, ist auf das Mäusepaar eifersüchtig. So sehr, dass diese schlussendlich Minnie Mouse in das Castle of Illusion entführt um ihr dort ihre Schönheit zu rauben. Dies versucht Mickey nun um jeden Preis zu verhindern und macht sich auf in das Castle of Illusion um die sieben Minister des Leids zu besiegen. Diese hüten nämlich die sieben Diamanten die Mickey benötigt um die Regenbogenbrücke zu bauen. Denn jenseits der Brücke warten Hex' und Freundin.

    Dadurch, dass die Story in gezeichneten Comic Bildern mit einem sehr guten Sprecher so detailverliebt und authentisch erzählt wird, wirkt diese Story nicht einfallslos sondern richtig und zauberhaft. Außerdem muss man sich in das Jahr 1990 zurückversetzen, als das Spiel zum ersten Mal von SEGA auf dem Sega Mega Drive veröffentlicht wurde. Nach diesen Maßstäben wurde hier Alles richtig gemacht.


    Schwamm 'n Run - Gameplay
    Sobald wir das Intro durchlebt haben und wir der aufgebauten Dramaturgie erlegen sind und wir das erste Mal mit unserem Analogstick Hand an den Mäuserich legen dürfen, erliegen wir auch alsbald der schwammigen Steuerung. Leider hat man das Gefühl, das Mickey alles andere als sportlich ist und etwas träge und unpräzise auf die Eingaben reagiert. Es kippt an einigen Sprungpassagen auch ins Hektische über. Später gewöhnt man sich dran, aber sie ist oft genug ein Ärgernis wenn Mickey mal wieder in einen Gegner gerannt, statt auf ihn gesprungen ist.



    Denn ála Jump 'n Run Tradition der alten Schule werden die Gegner (böse Bäumlein, böse Buchstaben usw.) mit einem Kopfsprung erlegt. Wer den Sprung auf den Kopf gut timed, kann mit Extraschwung nach oben noch ein paar Diamanten einsammeln. Die Diamanten benötigen wir, um weitere Level des Schlosses der Illusion (Castle of Illusion) freizuschalten. Wir können uns im Schloss zwar nicht frei aussuchen, welchen Level wir als Nächstes spielen wollen, aber können uns im Schloss frei bewegen und dann die Level betreten. Mir gefällt so eine Art von Metaspiel innerhalb eines Spiels sehr gut. Sammeln wir innerhalb der Level bestimmte Artefakte ein, können damit Statuen im Schloss komplettiert werden.

    Der Schwierigkeitsgrad des Spiels ist über weite Teile in Ordnung. Aufgrund der schwammartigen Steuerung des Mäuseheldens wäre eine höhere Knackigkeit wahrscheinlich eher in Unfairness gekippt. Mickey hat zwar maximal fünf Lebenspunkte und mehrere Leben die ihn direkt an einen fairen Checkpunkt innerhalb des Levels zurücksetzen, dennoch wäre ein Ableben bei dem der Spieler nichts dafür kann, immer ärgerlich.


    Musikalische Ruckelmaus - Technik
    So schön das Spiel in seinem Tutorial Level und auch in allen weiteren abwechslungsstarken Leveln aussieht: es läuft leider nicht immer flüssig. Sobald mehr auf dem Bildschirm passiert und die Maus ála Speedy Gonzales unterwegs ist, fängt das Spiel gerne an rumzuhakeln. Ich werde mir bald ein Copy & Paste Phrasenbuch zurecht legen wenn ich bei jedem Spiel anfangen muss auf FPS / Spaß / Grafik einzugehen. Spielt die Spiele ordentlich zur Probe und nehmt Effekte die nicht gut genug in der Engine umgesetzt werden können raus, dann sind die Spieler glücklich und nur die sind schließlich wichtig.



    Großer Pluspunkt ist der Walt Disney typische Soundtrack. Es wurde großen Wert auf die richtige Musikuntermalung zu den richtigen Situationen gelegt. Dadurch wird das ganze Spiel ungleich mitreißender. Wer die Neuauflage der Musik nicht mag, kann im Startmenü auf den Original Soundtrack von 1990 schalten. Es gibt zwar nur deutsche Untertitel, aber das machen die sehr starken Sprecher wieder wett. Auch wenn Mickeys stimme für mich nur subjektiv bewertet werden kann da diese mich wie in Trance in meine Kindheit zurückversetzt.


    Fazit
    Ich habe das Spiel innerhalb von 2 1/2 Stunden durchgespielt. Das ist für 12,99 € (PSN Store Stand 08.09.13) natürlich etwas happig. Dennoch waren diese knapp drei Stunden mit viel Spaß und tollen Walt Disney / Mickey Mouse Momenten vollgestopft. Die Kulisse der abwechslungsreichen Level sind sehr liebevoll gestaltet und es ist ein insgesamt sehr rundes Abenteuer. Jeder der Disney mag ist bei diesem Spiel goldrichtig, jemand der nur Jump 'n Runs mag könnte mit der schwammigen Steuerung und dem zu seichten Schwierigkeitsgrad in eine Mausefalle geraten. Für die elterliche Heimkonsole für die ganze Familie ist es grade für die Kleinen ein spaßiger Zeitvertreib.
    Kommentare 1 Kommentar
    1. Avatar von Impact
      Impact -
      Meinen kleinen (8 Jahre alt) hat das Spiel super gefallen Wir haben es zusammen am PC mit Maus und mechanische Tastatur gespielt und ich finde die Steuerung gibt eigentlich in Ordnung. nach 30 min gewöhnt man sich da schon dran.
    Kommentare Kommentar schreiben

    Klicke hier, um dich anzumelden

    Welche Zahl kommt nach Elf? (als Wort ausschreiben)