• Test: Battlefield 3

    EA legt im Shooter-Zeitkampf des Jahres ordentlich vor und veröffentlicht mit Battlefield 3 den langerwarteten Shooter auch für die Playstation 3. Wie auch der große Konkurrent Modern Warfare 3 setzt der DICE-Titel auf rasante Inzenierung, viel Action und tolle Technik. Ob das am Ende auch so gut funktioniert wie bei der Konkurrenz? Wir verraten euch in unserem Testvideo, ob die Solokampagne des Ego-Geballers den hohen Ansprüchen gerecht werden kann.



    Story


    Ein Verhörzimmer, ein Soldat der befragt wird und andere, die befragen. Das bekommt euch bekannt vor? Ja, so ähnlich hat die Geschichte auch in Call of Duty: Black Ops funktioniert. In Battlefield 3 wird nicht gefoltert, sondern einfach nur geredet. Der Sergeant Blackburn muss sich im Verhör einige unangenehme Fragen gefallen lassen. Der gute Blackburn soll nämlich etwas über einen bevorstehenden, terroristischen Anschlag des Oberbösewichts Solomon wissen. Die Infos werden nach und nach ans Tageslicht gezerrt. In Rückblenden erzählt er von seinen bisherigen Einsätzen und wie er auf die Spur der Terroristen kam. Alle Einsätze spielt ihr auch selbst. Zwischendurch erzählen auch die befragenden Agenten, und zwar von anderen Personen wie dem russischen Dimar oder der Kampfjetschützin Hawkins, deren Einsätze ihr ebenfalls nach- und miterlebt.

    Der Wechsel der Perspektiven ist ebenfalls keine wirklich neue Idee, verwebt aber geschickt nach und nach mehrere Handlungsstränge. Auch wenn man Anfangs mit den ganzen Verstickungen etwas überfordert sein dürfte. BF3 schafft es dennoch durch die diversen Perspektiven und Sequenzen im Verhörraum eine durchgehend spannende Geschichte zu erzählen. Das liegt auch an den interessanten Charakteren, die ziemlich menschlich und weniger wie sture Kampfmaschinen wirken. Die Solo-Kampagne dürfte euch für etwa 6 Stunden beschäftigen. Das ist okay, aber großartigen Wiederspielwert gibt es nicht.



    Gameplay


    Hauptsächlich in der Rolle von Sergeant Blackburn geht in den Rückblicken jetzt darum, hinter die Terrormachenschaften von Solomon zu kommen und die Welt vor dem schlimmsten zu bewahren. Dafür bewegt ihr euch den meisten Levels in der Ego-Perspektive durch die Areale und meistert nach und nach Missionsziele. Auch das klingt relativ bekannt. Battlefield 3 nimmt euch ähnlich wie der Konkurrenztitel von Activision ziemlich stark an die Hand und leitet euch versklavisch von einem Actionort zum nächsten. Viel Erkundungsraum in den großen Levels gibt es somit nicht. Entfernt ihr euch von eurem Squad zu abgelegenen Orten des Bereiches, gibt es direkt eine Warnung.

    Schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad ist Battlefield 3 durchaus knackig, was vor allem daran liegt, dass ihr nur wenige Schüsse einstecken könnt. Schon nach 3-5 Treffern heißt es "Game over", was die direkte Konfrontation fast unmöglich macht. Es heißt also vorsichtig vorarbeiten und die Gegner wenn möglich, nach und nach ausknipsen. dafür stehen euch zig Schießprügel zur Auswahl, die ihr auch von Gegner aufnehmen könnt, sowie die genretypischen Granaten.

    Damit es zu Fuß nicht zu langweilig wird, bietet Battlefield 3 auch eine ganze Reihe an Fahrzeug-Sequenzen. Die sind ebenfalls sehr abwechslungsreich. Zum Beispiel gibt es eine Panzerfahrt in der Wüste oder das Spiel setzt euch in einen Kampfjet. Aber Achtung: Selbst fliegen dürft ihr nicht, sondern nur schießen und die Anweisungen auf dem Bildschirm befolgen. Somit reihen sich Shooter- und Fahrzeug-Sequenzen perfekt aneinander und bilden ein gutes Gefüge aus Action und ruhigen Momenten, die bei Battlefield 3 ebenfalls nicht zu kurz kommen.

    An einigen Stellen schaltet das Spiel automatisch in selbst ablaufende Sequenzen in denen ihr Knöpfchen zu bestimmten Zeitpunkten drücken müsst. Diese Quicktime-Events sind ebenfalls nett inszeniert, aber durch die Bank eher anspruchslos, da man auch in einer längeren Sequenz meist nicht mehr als 2-3 Knöpfe drückt.

    Wer großartig Neues beim Spielablauf erwartet, dürfte von Battlefield 3 enttäuscht werden, denn dieses Spiel bedient nahezu jedes Shooter-Standard-Element. Da ist zum Beispiel die obligatorische Snipermission oder ein Einsatz in finsterer Nacht. Wer im Shooter-Genre etwas vertraut ist, dürfte kaum ein wirklich frisches Element entdecken.

    Das ist aber alles überhaupt nicht schlimm, denn auch Battlefield 3 funktioniert auf seiner Art und Weise als Shooter ziemlich gut! Das hat vor Allem einen Grund: Die Schießereien machen jede Menge Laune. Das liegt zum einen an der ordentlichen KI, zum anderen aber auch an der sehr genauen Steuerung. Die Gegner stürmen zwar teilweise wie blöd auf euch ein, aber gehen dafür meist gut in Deckung oder versuchen euch von der Seite anzugreifen. Dazu kommt, dass sie was zu jeder Zeit zahlenmäßig überlegen sind, was zusätzlich Dramatik ins Spiel bringt. Jede Waffe verzieht einigermaßen realistisch und fühlt sich anders an. Die Deckungsmöglichkeiten sind zahlreich und Dank der Frostbite 2.0 Engine teilweise sogar zerstörbar.

    Technik


    Tatsächlich reiht sich Battlefield 3 in einer der schönsten Konsolenshooter überhaupt ein. Vor allem die Lichtstimmung ist sehr gut gelungen. Durch den Einsatz von Licht und Schatten sowie verschiedenen Tageszeiten entstehen sehr stimmungsvolle Szenarien, die schon für den ein oder anderen "WOW"-Moment sorgen. Die Animationen wirken geschmeidig, außerdem glänzen die Gesichter der Protagonisten mit ausgeprägter Mimik. Die Waffeneffekte samt Explosionsdetails und voluminösem Rauch dürfen ebenfalls nicht fehlen. Darüberhinaus ist die Inszenierung der Kampagne eine echte Wucht. Die Zwischensequenzen sind klasse gemacht und wenn auch wenn vor euch ein Haus zusammenkracht, wirkt das für die ein oder andere heruntergestürzte Kinnlade.

    Wo viel Licht ist, muss natürlich aber auch viel Schatten sein. Manche Areale wirken etwas trostlos und langweilen mit groben Texturen. Die Mission in Paris macht wegen den ewig gleichen Häuserschluchten optisch auch nicht sonderlich viel her. Der Sound hingegen bewegt sich durchgehend auf Referenznivaeu. Alle Effekte, seien es von den Waffen oder der Umgebung, klingen spitze. Am Klang der Stimmen könnt ihr oft schon hören, wie weit der Feind von euch entfernt ist und auch die Schüsse des Panzers klingeln euch noch nach ein paar Sekunden in den Ohren. Besonders die Bässe dürftet ihr mehrmals in eurer Magengegend spüren. Überhaupt haben Besitzer eines Surround-Systems Grund zur Freude, denn mit dem entsprechenden Equipment seit ihr mitten drin, statt nur dabei. Die deutsche Synchronisation ist gut gelungen und alle Sprecher sind passend besetzt, auch wenn es manchmal die ein oder andere ungünstige Formulierung gibt. Der Soundtrack wird ebenfalls sehr gut eingesetzt und untermalt das Kampfgeschehen stimmungsvoll bzw. sorgt auch für hyroische Momente.

    Fazit


    Battlefield 3 macht in der Solo-Kampagne vieles richtig. Die Technik stimmt, die Geschichte wird durchgehend gut erzählt, die Charaktere sind sympathisch und für einen Shooter einigermaßen tiefgehend und Abwechslung gibt es Dank der variantenreichen Schauplätze und Fahrzeug-Missionen auch genug. Richtig gut fühlen sich die eigentlichen Feuergefechte an, denn Dank der guten Steuerung hat man das Geschehen jederzeit unter Kontrolle. Trotzdem dürften Shooter-Veteranen an diesem Shooter nichts besonders neu oder einzigartig vorkommen. Dafür klauen die Entwickler zu viel von bereits erhältlichen Spielen aus dem Genre. Das schmälert aber keinesfalls den erstklassigen Gesamteindruck und so ist die Einzelspielererfahrung von Battlefield 3 durchgehend hochklassig.
    Kommentare 2 Kommentare
    1. Avatar von Niclaxd12
      Niclaxd12 -
      cool endlich
    1. Avatar von Oliver_83
      Oliver_83 -
      sehr schön
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